Was Foodwaste eine Kantine im Jahr kostet: ein Rechenbeispiel

Fabian Fürlinger

Fabian Fürlinger

Co-Founder, BuffetGo

1. Juni 2026·6 min Lesezeit

Stillleben mit Semmeln, Taschenrechner und Euro-Münzen auf warmer Holztheke

Foodwaste wird oft als Umweltthema verkauft. Für einen Betrieb ist es vor allem eines: eine Kostenstelle, die niemand auf der Rechnung sieht. Machen wir sie sichtbar, mit einem transparenten Rechenbeispiel.

Wichtig vorweg: Die folgenden Zahlen sind ein Beispiel mit angenommenen Werten, kein Versprechen. Dein Betrieb sieht anders aus. Der Sinn ist, die Logik zu zeigen, mit der du danach deine eigenen Zahlen einsetzt.

Die Formel

Der vermeidbare Verlust folgt einer simplen Kette:

  • Täglicher Wareneinsatz in Euro
  • mal Verlustquote (in der Außer-Haus-Verpflegung je nach Betrieb rund 10 bis 28 Prozent, laut United Against Waste)
  • mal Betriebstage pro Jahr

Das Ergebnis ist der Wareneinsatz, der pro Jahr ungenutzt im Müll landet. Die Entsorgungskosten kommen noch obendrauf, die lassen wir hier bewusst weg, um konservativ zu bleiben.

Ein Rechenbeispiel

Annahme: Ein mittelgroßes Schulbuffet bewegt pro Schultag rund 300 Euro Wareneinsatz, hat eine Verlustquote von 20 Prozent und 180 Schultage im Jahr.

60 €
vermeidbarer Verlust pro Tag (20 % von 300 €)
Beispielrechnung
10.800 €
vermeidbarer Wareneinsatz pro Jahr (60 € x 180 Tage)
Beispielrechnung
+ X €
Entsorgungskosten obendrauf, hier bewusst nicht eingerechnet
konservativ

Über 10.000 Euro, nur an Ware, nur in einem mittelgroßen Buffet. Schon eine Halbierung der Verlustquote bringt hier einen vierstelligen Betrag zurück auf die Marge, ohne dass irgendwo billiger eingekauft werden muss.

Warum Foodwaste doppelt kostet

Jeder weggeworfene Bissen wurde einmal eingekauft und muss einmal entsorgt werden. Beim Wareneinsatz ist das Geld direkt weg, bei der Entsorgung zahlt man fürs Loswerden. Deshalb ist die echte Zahl immer höher als das Rechenbeispiel oben, das nur die Ware zählt.

Jetzt mit deinen Zahlen

Das Beispiel ist eine Schablone. Spannend wird es mit euren echten Werten, und genau dafür gibt es den Rechner. Wie viel am Buffet überhaupt zusammenkommt und woher, steht in diesem Beitrag. Wie man den berechneten Verlust dann strukturell senkt, zeigt die Pillar zur Reduktion.

Quellen

Fabian Fürlinger

Über den Autor

Fabian Fürlinger

Co-Founder von BuffetGo und Schüler der HTL Salzburg. Baut die Bestellsoftware für Schulbuffets, Kantinen und Mensen und sieht den Buffet-Alltag jeden Tag an der eigenen Schule.

Was wir oft gefragt werden

Häufige Fragen

Was kostet Foodwaste eine Kantine im Jahr?+

Das hängt von Größe, Sortiment und Einkaufspreisen ab, aber die Logik ist immer gleich: täglicher Wareneinsatz mal Verlustquote mal Betriebstage. Schon ein mittelgroßes Buffet kommt damit leicht auf einen vierstelligen Jahresverlust, und das ist nur der Wareneinsatz, ohne Entsorgungskosten.

Wie rechne ich meinen eigenen Verlust aus?+

Nimm deinen täglichen Wareneinsatz in Euro, multipliziere ihn mit deiner geschätzten Verlustquote (in der Außer-Haus-Verpflegung je nach Betrieb rund 10 bis 28 Prozent) und mit deinen Betriebstagen pro Jahr. Das Ergebnis ist der vermeidbare Anteil. Genau diese Rechnung macht der Foodwaste-Rechner mit deinen Werten.

Zählt die Entsorgung zu den Kosten dazu?+

Ja. Jeder weggeworfene Bissen kostet doppelt: einmal beim Einkauf und ein zweites Mal bei der Entsorgung über die Restmüll- oder Biotonne. Das Rechenbeispiel rechnet konservativ nur mit dem Wareneinsatz, der echte Verlust liegt also höher.

Ist die Reduktion den Aufwand wert?+

In fast allen Fällen ja. Foodwaste zu senken heißt nicht billiger einkaufen, sondern genauer einkaufen. Der eingesparte Wareneinsatz fällt direkt auf die Marge, ohne dass die Qualität leidet.

Vom Lesen zum Rechnen

Wie viel landet bei euch im Müll?

Setz eure echten Zahlen ein und sieh, was Foodwaste euch pro Jahr kostet. Danach reden wir über die Reduktion.